Kindergeschirr muss einiges aushalten: Es fällt vom Hochstuhl, wird als Trommel benutzt und landet täglich in der Spülmaschine. Lange galt buntes Geschirr aus Melamin oder „Bambus“ als perfekte Lösung – bis Tests zeigten, dass daraus Schadstoffe in heißes Essen übergehen können. Viele Eltern suchen deshalb Kindergeschirr ohne Plastik und ohne Melamin. Hier erfährst du, welche Materialien infrage kommen, warum Edelstahl so gut passt und worauf du achten solltest.
Das Problem mit Melamin und „Bambus“-Geschirr
Melamin-Formaldehyd-Harz ist ein harter Kunststoff, aus dem viele bunte Kinderteller und -becher bestehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, solches Geschirr nicht für heiße Speisen und Getränke über 70 °C und nicht in der Mikrowelle zu verwenden, denn bei Hitze können Melamin und Formaldehyd ins Essen übergehen.
Noch problematischer war sogenanntes Bambusgeschirr aus Bambusfasern und Melaminharz. Bei einer Auswertung des BfR aus dem Jahr 2019 wurden daraus im Mittel deutlich mehr Formaldehyd und Melamin freigesetzt als aus herkömmlichem Melamingeschirr. Bei knapp einem Drittel der Proben lag die Abgabe von Formaldehyd über dem Grenzwert. Bambusfasern sind als Zusatz in Kunststoff mit Lebensmittelkontakt in der EU nicht zugelassen, solche Produkte dürfen daher nicht verkauft werden.
Auch Kindergeschirr aus Melamin schneidet in Tests schlecht ab: Stiftung Warentest und das österreichische Magazin Konsument prüften 2020 neun Melamin-Geschirre für Kinder, teils mit Bambusfasern. Alle gaben im Test hohe Mengen Melamin und Formaldehyd ab.
Und normales Plastikgeschirr?
Kindergeschirr aus Polypropylen (PP) gilt als unbedenklich, und Bisphenol A ist in Materialien mit Lebensmittelkontakt seit 2025 EU-weit verboten. Der Nachteil liegt eher im Alltag: Kunststoff verkratzt, verfärbt sich durch Tomatensoße oder Karotten und nimmt Gerüche an. Nach einigen Jahren ist das Geschirr unansehnlich – und wird zu Plastikmüll.
Kindergeschirr-Materialien im Vergleich
| Material | Bruchfest | Heiße Speisen | Spülmaschine | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|---|
| Edelstahl | ja | ja | ja | leicht, langlebig, ohne Beschichtung |
| Porzellan und Keramik | nein | ja | ja | schwer, Scherben möglich |
| Glas | nein | ja | ja | eher für ältere Kinder |
| Silikon | ja | ja | ja | weich, oft mit Saugfuß, kann Gerüche annehmen |
| Holz | ja | bedingt | nein | Handwäsche, kann reißen |
| Kunststoff (PP) | ja | eingeschränkt | meist ja | verkratzt und verfärbt sich |
| Melamin, „Bambus“-Mix | ja | nicht über 70 °C | meist ja | Schadstoffe bei Hitze, Bambus-Mix nicht zulässig |
Warum Edelstahl für Kinder so gut passt
- Unzerbrechlich: Kein Splittern, keine Scherben – auch nicht auf Fliesen.
- Leicht: Ein 350-ml-Becher wiegt rund 100 Gramm und liegt gut in kleinen Händen.
- Ohne Beschichtung und ohne Kunststoff: Das Essen berührt nur Stahl.
- Geschmacksneutral: kein Plastikgeschmack, kein Geruch von der letzten Mahlzeit.
- Wiedererkennbar: Geprägte Symbole wie Sonne, Herz, Wasser oder Hand zeigen jedem Kind, welcher Becher und welcher Teller ihm gehört.
- Wächst mit: Edelstahl sieht auch nach Jahren noch ordentlich aus und wird später zum Campinggeschirr der ganzen Familie.

Worauf du bei Kindergeschirr aus Edelstahl achten solltest
- Rand: Ein gefalzter, abgerundeter Rand ohne scharfe Kanten ist Pflicht.
- Größe: Teller mit 20 cm, Becher mit 200 bis 350 ml und Schüsseln mit rund 13 cm Durchmesser passen gut zu Kinderhänden.
- Heiße Speisen: Einwandiges Edelstahlgeschirr wird mit heißem Essen warm. Für Suppe, Porridge oder Kakao sind doppelwandige Schüsseln und Becher besser, weil die Außenwand kühl bleibt.
- Material: Achte auf lebensmittelechten Edelstahl 18/8 oder 18/10.
- Saugfuß: Für Babys, die gerade essen lernen, gibt es Teller mit Saugnapf, meist aus Silikon. Unsere Teller haben keinen – sie sind für Kinder gedacht, die schon am Tisch mitessen.

Trinken lernen: offener Becher statt Schnabeltasse
Spätestens wenn ein Baby den dritten Brei bekommt, braucht es zusätzlich etwas zu trinken. Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt, Wasser oder ungesüßten Tee aus einem Becher oder einer Tasse anzubieten. Spezielle Trinklernbecher sind nicht nötig – das Trinken aus dem offenen Becher trainiert die Mund- und Zungenmuskulatur besser als das Saugen an einem Schnabel.
Ein kleiner Edelstahlbecher, etwa unser Henkelbecher im Set mit 2 × 200 ml, eignet sich dafür gut: leicht, unzerbrechlich und mit Henkel zum Festhalten. Anfangs gehört natürlich nur ein Schluck hinein – und ein Lätzchen um.
Kita, Schule und Kindergeburtstag
In Kita und Schule sind Edelstahlbecher ideal, weil sie nicht zerbrechen und kaum Platz brauchen. Beim Kindergeburtstag ersetzen sie Plastikbecher, und die Symbole verhindern das Durcheinander am Tisch. Nach dem Fest landen sie einfach in der Spülmaschine.
Kindergeschirr aus Edelstahl bei AllEco
Unsere Becher, Teller und Schüsseln tragen dieselben vier Symbole und lassen sich beliebig kombinieren. Warum Edelstahlbecher auch für Erwachsene eine gute Wahl sind, liest du im Ratgeber Edelstahlbecher, alles über Teller im Ratgeber Edelstahlteller.
Häufige Fragen zu Kindergeschirr ohne Plastik
Ist Edelstahlgeschirr für Kinder geeignet?
Ja. Edelstahl ist unzerbrechlich, leicht und kommt ohne Beschichtung aus. Wichtig sind abgerundete Ränder ohne scharfe Kanten. Für heiße Speisen und Getränke sind doppelwandige Schüsseln und Becher besser, weil die Außenwand kühl bleibt.
Warum ist Melamin-Kindergeschirr problematisch?
Bei Temperaturen über 70 °C können Melamin und Formaldehyd aus dem Geschirr ins Essen übergehen. Das BfR rät deshalb, Melamingeschirr nicht für heiße Speisen und nicht in der Mikrowelle zu verwenden. In Tests gaben Melamin-Kindergeschirre teils hohe Mengen dieser Stoffe ab.
Ist Bambusgeschirr für Kinder gesund?
Sogenanntes Bambusgeschirr besteht meist aus Bambusfasern und Melaminharz. Daraus gingen in Untersuchungen oft noch mehr Schadstoffe über als aus reinem Melamin. In der EU ist diese Kombination nicht zugelassen. Echte Alternativen sind Edelstahl, Porzellan oder Glas.
Ab wann kann ein Kind aus einem offenen Becher trinken?
Sobald ein Baby zusätzlich zur Milch etwas trinkt, spätestens mit dem dritten Brei, kann es das Trinken aus einem offenen Becher üben. Laut Netzwerk Gesund ins Leben sind spezielle Trinklernbecher dafür nicht nötig.
Wird Edelstahlgeschirr bei warmem Essen heiß?
Einwandige Teller und Becher werden mit heißem Essen warm, weil Edelstahl Wärme leitet. Doppelwandige Schüsseln und Becher haben eine isolierende Schicht, ihre Außenwand bleibt auch bei heißer Suppe oder Kakao angenehm.
Gibt es Kindergeschirr aus Edelstahl mit Saugnapf?
Ja, einige Hersteller bieten Edelstahlteller mit Saugfuß aus Silikon für Babys an. Unsere Teller haben keinen Saugnapf. Sie eignen sich für Kinder, die schon am Familientisch mitessen, und später für die ganze Familie.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu Geschirr und Küchenutensilien aus Melamin-Formaldehyd-Harz
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Geschirr aus „Bambusware“ nicht für heiße Getränke oder Speisen nutzen (2019)
- Stiftung Warentest: Kindergeschirr im Test (2020)
- Netzwerk Gesund ins Leben: Trinken im ersten Lebensjahr
- Verordnung (EU) 2024/3190 über Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien





