Kaffeebecher to go: Welcher Mehrwegbecher ist der beste – Glas, Edelstahl oder Bambus?

Doppelwandiger Edelstahl-Kaffeebecher mit Henkel und Milchkaffee auf einem Mosaiktisch neben einer Obstschale

Rund 2,8 Milliarden Einwegbecher für Kaffee und andere Heißgetränke werden in Deutschland jedes Jahr verbraucht – diese Schätzung der Deutschen Umwelthilfe nutzt auch das Umweltbundesamt. Die meisten Becher sind innen mit Kunststoff beschichtet, lassen sich kaum recyceln und landen nach wenigen Minuten im Müll. Ein eigener Kaffeebecher to go löst das Problem. Aber welcher? Wir vergleichen Glas, Edelstahl, Porzellan, Kunststoff und Bambus – und erklären, warum du um Bambusbecher einen Bogen machen solltest.

Warum Einwegbecher ein Problem sind

Coffee-to-go-Becher aus Pappe sind innen mit Polyethylen beschichtet, damit sie nicht durchweichen. Diese Kunststoffschicht lässt sich in normalen Recyclinganlagen kaum von der Papierfaser trennen, deshalb wird der Großteil der Becher verbrannt. Dazu kommen Plastikdeckel, Rührstäbchen und Papphüllen.

Auch für das Getränk ist die Beschichtung nicht ideal: In einer Laborstudie des Indian Institute of Technology Kharagpur setzte ein beschichteter Pappbecher mit 85 bis 90 °C heißem Wasser innerhalb von 15 Minuten rund 25.000 Mikroplastikpartikel frei. Was das für die Gesundheit bedeutet, ist noch nicht geklärt – vermeiden lässt es sich aber leicht.

Die Materialien im Vergleich

MaterialGeschmackWarmhaltenBruchfestSpülmaschineFazit
Glasvöllig neutraletwa eine halbe Stunde angenehm warmdickwandig robust, aber nicht sturzfestjafür Genießer und kurze Wege
Edelstahl, doppelwandigneutrallange, mit Vakuum mehrere Stundenjameist jafür lange Wege und draußen
Edelstahl, einwandigneutralkaum, wird außen heißjajanur mit Becherhülle
Porzellan und Keramikneutralmittelneinjaschön, aber schwer und zerbrechlich
Kunststoff (PP)nimmt mit der Zeit Geruch anmitteljameist jaleicht, aber kurzlebig
„Bambus“ mit Melaminharz––––nicht zu empfehlen

Glas: für alle, die ihren Kaffee schmecken wollen

Glas ist das neutralste Material überhaupt. Es nimmt weder Geruch noch Geschmack an, und du siehst jederzeit, ob der Becher sauber ist. Ein dickwandiger Glasbecher hält den Kaffee nicht so lange heiß wie Edelstahl, für den Weg zur Arbeit oder die Pause reicht es aber gut. Eine Manschette aus Kork oder Silikon schützt die Hand und sorgt für Halt.

Unser Kaffeebecher to go aus Glas fasst 340 ml – genug für Cappuccino oder Latte macchiato – und passt unter die meisten Kaffeeautomaten. Die Manschette ist aus Naturkork, der Deckel aus BPA-freiem Silikon. Glas und Deckel dürfen in die Spülmaschine.

Kaffeebecher to go aus Glas mit Korkmanschette und grünem Silikondeckel im Schnee
Glas statt Pappe: der Kaffeebecher to go mit Korkmanschette und Silikondeckel.

Edelstahl: für lange Wege und draußen

Doppelwandiger Edelstahl ist unzerbrechlich und hält Getränke deutlich länger warm, während die Außenwand angenehm kühl bleibt. Wie lange der Kaffee heiß bleibt, hängt von der Bauweise ab: Eine Luftschicht zwischen den Wänden verzögert das Abkühlen, ein Vakuum wie bei einer Thermoflasche hält Getränke stundenlang heiß.

Einwandige Edelstahlbecher sind leichter, werden mit heißem Kaffee aber selbst heiß. Mit einer Becherhülle aus Kraftpapier, wie sie unseren 500-ml-Trinkbechern beiliegt, lassen sie sich trotzdem gut halten.

Unsere doppelwandigen Thermobecher mit Henkel haben keinen Deckel – sie sind für Büro, Balkon, Wohnmobil und Zeltplatz gedacht. Für unterwegs mit Deckel ist der Glasbecher die bessere Wahl, für viele Stunden die vakuumisolierte Edelstahl-Trinkflasche.

Kaffee wird in einen Edelstahlbecher mit Becherhülle aus Kraftpapier gegossen
Einwandiger Edelstahlbecher mit Becherhülle aus Kraftpapier: Die Hülle schützt die Hand vor heißem Kaffee.

Porzellan, Keramik und Kunststoff

Porzellan- und Keramikbecher sind geschmacksneutral und hübsch, aber schwer und zerbrechlich. Mehrwegbecher aus Polypropylen sind leicht und günstig und werden häufig in Pfandsystemen eingesetzt. Für den eigenen Dauergebrauch haben sie den Nachteil, dass sie mit der Zeit verkratzen und Kaffeegeruch annehmen.

Bambusbecher: besser die Finger davon lassen

Becher, die als „Bambusbecher“ verkauft wurden, bestehen meist aus Bambusfasern, die mit Melamin-Formaldehyd-Harz gebunden sind – also aus Kunststoff mit Bambusanteil. Stiftung Warentest untersuchte 2019 zwölf solcher Becher: Bei mehr als der Hälfte gingen teils hohe Mengen Melamin und Formaldehyd in heiße Getränke über, verstärkt nach mehrfacher Nutzung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, Geschirr aus Melaminharz grundsätzlich nicht für heiße Getränke und Speisen über 70 °C zu verwenden.

Bambusfasern sind als Zusatz in Kunststoff mit Lebensmittelkontakt in der EU nicht zugelassen, solche Produkte dürfen daher nicht verkauft werden. Begegnet dir trotzdem ein Becher aus „Bambus“, lass ihn stehen – echte Alternativen sind Glas, Edelstahl oder Porzellan.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Größe: 300 bis 400 ml entsprechen einem normalen Coffee-to-go-Becher. Miss nach, ob der Becher unter deinen Kaffeeautomaten oder die Siebträgermaschine passt.
  • Deckel: Ein spritzgeschützter Deckel verhindert Schwappen beim Gehen. Wer den Becher in der Tasche transportieren will, braucht einen auslaufsicheren Verschluss.
  • Material am Mund: Glas, Edelstahl und Silikon sind geschmacksneutral und nehmen keinen Kaffeegeruch an.
  • Halt und Hitze: Eine Manschette oder eine doppelte Wand schützt die Hand.
  • Reinigung: Becher und Deckel sollten sich leicht zerlegen lassen und am besten in die Spülmaschine dürfen.

Den eigenen Becher im Café befüllen lassen

Seit dem 1. Januar 2023 gilt in Deutschland die Mehrwegangebotspflicht: Wer Essen in Einweg-Kunststoffverpackungen oder Getränke in Einwegbechern zum Mitnehmen verkauft, muss auch eine Mehrwegvariante anbieten, die nicht teurer sein darf. Kleine Betriebe mit höchstens fünf Beschäftigten und maximal 80 Quadratmetern Verkaufsfläche sind davon befreit – sie müssen dafür mitgebrachte Behälter befüllen.

Viele Cafés füllen deinen eigenen Becher ohnehin gern, manche geben sogar Rabatt. Hygienisch ist das unproblematisch, wenn der Becher sauber ist und das Personal ihn befüllt, ohne dass er mit der Ausgabe in Berührung kommt. Ab dem 12. Februar 2027 wird das Befüllen mitgebrachter Behälter durch die neue EU-Verpackungsverordnung für To-go-Anbieter in der Gastronomie EU-weit zur Pflicht. Mehr dazu liest du in unserem Überblick zum Plastikverbot in der EU.

Tee to go: losen Tee unterwegs aufbrühen

Wer lieber Tee trinkt, nimmt einen Teebereiter mit Sieb. Die Blätter kommen ins Edelstahlsieb, heißes Wasser darauf, Deckel zu – und der Tee zieht unterwegs. Das spart nebenbei Teebeutel, die zum Teil aus Kunststoff bestehen: Forschende der McGill University fanden 2019, dass ein Kunststoff-Teebeutel beim Aufbrühen mit 95 °C heißem Wasser Milliarden Mikro- und Nanoplastikpartikel an den Tee abgibt.

Unsere Teebereiter aus doppelwandigem Borosilikatglas halten Tee bis zu vier Stunden (mit Edelstahldeckel) oder bis zu sechs Stunden (mit Bambusdeckel) warm.

Teebereiter mit Bambusdeckel, losem Tee und Früchten
Loser Tee, Früchte oder Kräuter: Im Teebereiter mit Edelstahlsieb zieht der Tee unterwegs weiter.

Ab wann lohnt sich ein Mehrwegbecher?

Die Herstellung eines Mehrwegbechers verbraucht mehr Material und Energie als die eines Einwegbechers. Den Vorsprung holt er über die Nutzung wieder ein. Das Bundesumweltministerium empfiehlt, einen Mehrwegbecher mindestens zehnmal, besser mehr als 25-mal zu verwenden, damit sich sein ökologischer Vorteil voll entfaltet. Ein Becher aus Glas oder Edelstahl, den du jahrelang nutzt, kommt locker auf Hunderte Füllungen.

Pflege: Kaffeeränder einfach entfernen

Kaffee hinterlässt mit der Zeit braune Ränder. Natron in warmem Wasser oder ein Gebissreiniger-Tab lösen sie ohne Schrubben. Silikondeckel regelmäßig abnehmen und separat spülen, Korkmanschetten nur feucht abwischen. Ausführliche Tipps findest du in unserer Anleitung Trinkflasche reinigen, die genauso für Becher gilt.

Kaffeebecher und Teebereiter von AllEco

Häufige Fragen zu Kaffeebechern to go

Welcher Kaffeebecher to go ist am nachhaltigsten?

Der, den du am längsten und häufigsten benutzt. Becher aus Glas oder Edelstahl halten viele Jahre und nehmen keinen Geschmack an. Das Bundesumweltministerium empfiehlt, einen Mehrwegbecher mindestens zehnmal, besser über 25-mal zu nutzen.

Sind Bambusbecher giftig?

Sogenannte Bambusbecher bestehen meist aus Bambusfasern und Melamin-Formaldehyd-Harz. Bei heißen Getränken können Melamin und Formaldehyd übergehen, wie Untersuchungen von Stiftung Warentest und dem BfR gezeigt haben. In der EU sind solche Produkte nicht zulässig.

Darf ich meinen eigenen Becher im Café befüllen lassen?

In den meisten Cafés ja. Kleine Betriebe, die keine eigenen Mehrwegbecher anbieten, müssen mitgebrachte Behälter sogar befüllen. Ab dem 12. Februar 2027 gilt diese Pflicht nach der EU-Verpackungsverordnung für To-go-Anbieter in der Gastronomie EU-weit.

Hält ein Kaffeebecher aus Glas den Kaffee warm?

Nicht so lange wie ein doppelwandiger Edelstahlbecher. Für den Kaffee auf dem Weg zur Arbeit oder in der Pause, also etwa eine halbe Stunde, reicht ein dickwandiger Glasbecher gut.

Dürfen Kaffeebecher to go in die Spülmaschine?

Glas und Edelstahl in der Regel ja, ebenso Silikondeckel. Kork, Holz und Bambus reinigst du besser von Hand. Unser Glasbecher und sein Silikondeckel sind spülmaschinenfest, die Korkmanschette wischst du feucht ab.

Quellen